Lösung: Feuerwehrhaus


  1. „Der Gemeinderat nimmt die Machbarkeitsstudie zum Bau eines Feuer- wehrhauses am bestehenden Standort Oberdorfer Straße 22 ohne Inanspruchnahme der bestehenden Tiefgarage Oberdorfer Straße 18 zur Kenntnis und macht sich den Inhalt zu eigen. 
  2. Die bisherige Planung zum Neubau eines Feuerwehrhauses am Standort Oberdorfer Straße 22 wird entsprechend der vorliegenden Machbarkeitsstudie ohne Inanspruchnahme der Tiefgarage Oberdorfer Straße 18 weiterentwickelt. Planungsziel ist eine angepasste Anordnung des Raumprogrammes in einem Teilneubau und Erhalt der Bausubstanz auf der bestehenden Tiefgarage. In diesem Bestand werden untergeordnete Umbaumaßnahmen innerhalb der bestehenden Gebäudehülle vorgenommen. 
  3. Die bisher am Projekt beteiligten Fachplaner werden mit der Weiterentwicklung der Planung und Erstellung der Baueingabeunterlagen mit Kostenschätzung beauftragt. Die Ansprechpartner der Feuerwehr und sonstige zu beteiligende Personen sind weiterhin einzubeziehen.“ So steht es in den Sitzungsvorlagen.Hier. Inzwischen steht der Beschluss mit 17 Ja-Stimmen im Protokoll hier

Wir schauen mal ein wenig hinter die Kulissen:

Das Thema Feuerwehrhaus beschäftigt die Öffentlichkeit seit Jahren und lieferte AGORA-LA immer wieder Stoff für die Berichterstattung, hierhier. Die Schwäbische Zeitung schrieb (2.01.2020, es geht um die Sitzung vom Dezember 2019 hier):

 „[. . . ] In dem Zusammenhang merkte Peter Kraus von der Offenen Grünen Liste an, dass bei der Kostenaufstellung der Preis für eine Sanierung der Garage nicht enthalten ist. Das sei Sache der Eigentümer, erwiderte Bürgermeister Achim Krafft : ,Die Gemeinde übernimmt die Kosten, die durch den Neubau entstehen.‘ Eine Antwort, die Peter Kraus offenbar nicht zufrieden stellte: ‚Der Entwurf ist supertoll, mir ist allerdings unwohl dabei, dass an der Basis Fragen offen sind. ‚ Die Folge: Der Gemeinderat enthielt sich bei der Abstimmung. Achim Krafft stimmte dagegen ,überzeugt‘ zu. Die Feuerwehr sei an der Stelle beschlossen worden, ,und wir setzen um, was Sie wünschen.‘ [. . . ]“ Hier.

Die Kosten für die Sanierung der Tiefgarage blieben dabei von Anfang an im Dunklen. Aber lassen wir die Vergangenheit.

Den Knackpunkt bei der Vorstellung der neuen Machbarkeitsstudie hat Bürgermeister Münder in der Einleitung zum Thema klar formuliert: „Die Machbarkeitsstudie wurde unter der Prämisse in Auftrag gegeben -immer in Abstimmung mit der Feuerwehr- , dass man sich zukünftig, von allen rechtlichen und anderen Risiken befreit, bewegen kann [. . . ].“ Damit ist alles gesagt. Ziel war es, das Raumprogramm dabei unverändert ohne Einschränkungen unterzubringen. Bürgermeister Münder betonte immer wieder, dass die Feuerwehr bei allen Entscheidungen immer mit am Tisch saß und zukünftig auch dort sitzen werde.

Damit dürfte es mit dieser Baustelle nun endlich voran gehen. Deshalb haben auch alle der Erstellung der Baueingabeunterlagen mit Kostenschätzung (Punkt 3)zugestimmt, beziehungsweise die Punkte 1 und 2 zur Kenntnis genommen. (s.o. Sitzungsvorlage). Die Erleichterung über den Fortschritt wurde so auch von den jeweiligen Fraktionen formuliert. Dass allerdings jemand aus der Bürgerschaft, der nicht mit allen juristischen Fragen der Gemeindeverwaltung und des Gremiums in den diversen Auseinandersetzungen zum Thema Tiefgarage konform ging, in der Sitzung öffentlich als Querulant seitens des CDU-Fraktionsvorsitzenden bezeichnet wurde, ist nicht zu akzeptieren. Wer immer das sein mag, eine solche Bezeichnung verbietet sich grundsätzlich. Ein Aufschrei seitens des Gremiums zu der Titulierung gab es nicht. Wäre im Vorfeld des Themas Feuerwehrhaus offener kommuniziert worden, hätte man sich vermutlich manche Diskussion und juristische Auseinandersetzung ersparen können.

Wie es sich mit den Kosten zukünftig verhält, kann man im Moment nur erahnen. Die laufen ja im Bauwesen im Moment sowieso immer weiter aus dem Ruder. Was AGORA-LA aber immer wieder umgetrieben hat, ist die Frage nach der Befindlichkeit der Architekten des renommierten Architekturbüros Lanz und Schwager im Zusammenhang mit dem komplexen Projekt in LA. Immerhin hatte das Büro den Wettbewerb um den Entwurf des Feuerwehrhauses damals für sich entscheiden können und die Konstanzer haben nicht zum ersten Mal ein Feuerwehrhaus gebaut!

AGORA-LA hat in Konstanz angerufen und mit Nicolas Schwager gesprochen, der ja am letzten Montag zugeschaltet war und die Hintergründe der Machbarkeitsstudie erklärt hatte. AGORA-LA hat ihm die Gretchenfrage gestellt: „Hätte man nicht direkt so planen können?“ Er räumte ein, dass er das alles als „super frustrierend“ empfinde, aber man habe zu Beginn ohne Wissen um den genauen Zustand Tiefgarage geplant. Dass die Eigentumsverhältnisse und die daran gebundenen Pflichten um die Instandsetzung der Tiefgarage juristisch so problematisch waren, wurde nicht so deutlich kommuniziert, zumal ein Teil des Gebäudes im Bestand (Gebäude mit dem historischen Spritzenwagen) ja bereits schon immer auf der Tiefgarage stand. Die Problematik dazu zeigte sich später. So war es aus dem Telefonat herauszuhören. Wichtig für ihn als Architekt sei die Einstellung in seinem Geschäft, die er so formulierte: Alles, was gut funktioniert, kann auch schön aussehen. Darum bemühe man sich immer. Beides müsse stimmen.

Das ist ein wichtiger Gedanke, wenn in einer so exponierten Lage im Ortskern gebaut wird, meint auch AGORA-LA. Hoffen wir, dass dieses Thema in Zukunft für alle durchschaubar bleibt. Für AGORA-LA bliebe dann auch weniger zu schreiben. . .

Alle Zeichnungen und Erklärungen aus der Sitzung sind hier (TOP 8)

Ergänzung:

Wie wichtig die Kurzberichte oder die Protokolle im amtlichen Teil des Montfort- Boten aus der Vergangenheit sind, hat die oben erfolgte Recherche deutlich gemacht. Es ist nicht das Privatvergnügen von AGORA-LA, Zugriff auf die Vergangenheit zu haben. Dieser Service ist für die gesamte Öffentlichkeit von Belang. Gerade nach einem Leitungswechsel in der Rathausverwaltung. Nur so kann Transparenz gewährt werden, die den Blick in die Themen der Vergangenheit öffnet, die bis in Gegenwart hinein bedeutend sind. Und davon gibt es eine Menge!

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