Imagefilm „Langenargen – Das bessere LA!“ 

Kino im Gemeinderat

Der neue Imagefilm von Langenargen stand (hier TOP 8) gestern auf der Tagesordnung und wurde vorgeführt. Popcorn gab es nicht, allerdings war man seitens der OGL dem Thema des Filmes angemessen mit rosa Brillen ausgestattet. (vgl.hier) . 

Die Leiterin vom Amt für Tourismus, Kultur und Marketing, Laura Schneider erläuterte die Entstehung des Films: „Durch eine Erzählweise der besonderen Art hebt sich der Film mit Humor und Ironie von klassischen Imagefilmen ab. Die qualitativ hochwertigen Aufnahmen sollen Emotionen und viele Eindrücke von Langenargen vermitteln.“ (vgl. Sitzungsvorlage hier). Die Reichweite des Films habe seit dem Erscheinen des Filmes vor zwei Wochen enorm erhöht 

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Screenshot aus der Sitzung

Anschließend sprach GR Rautenberg (OGL) ein Kompliment aus, äußerte jedoch Bedenken zur Länge des Filmes. GR Wocher (CDU) bezeichnete den Film als mutig. GRätin Jocham (OGL) gab zu bedenken, dass der Film polarisiere und fragte nach der Zielgruppe. Es gäbe verschiedene Zielgruppen: Touristen, Einheimische, es sollte nicht eine Gruppe allein angesprochen werden, hieß es von Laura Schneider.

Der Fraktionsvorsitzenden der FWV, GRätin Porstner, fehlten die kulturellen Aspekte ( Museum, Konzerte und andere kulturelle Angebote) von Langenargen. Auch das Strandbad, das besonders für Familien mit Kindern wichtig sei, werde nicht  erwähnt. 

Ergänzungen von AGORA-LA:

Bei AGORA-LA sind nach dem Erscheinen des Filmes vor zwei Wochen und der Berichterstattunghier zur Premiere viele Reaktionen eingegangen, die über Langenargen hinaus gingen und nicht immer positiv waren.Daher hat AGORA-LA direkt bei dreamscope nachgefragt.

Das waren die Fragen vom 31.3.2025:

  1. Wann haben die Dreharbeiten des Filmes begonnen und ab welchem Zeitpunkt war die Verwaltung der Gemeinde Langenargen involviert?

2.  Welche Zielgruppe sollte der Film erreichen?

3.  Welches Bild des Ortes sollte transportiert werden? 

4. Ist das Drehbuch den Verantwortlichen im Rathaus mit ausreichendem zeitlichen Vorauf vorgelegt  worden?

5. Es wird in verschieden Gesprächen immer wieder die Reichweite, die der Film und damit die Homepage der Gemeinde erlangen soll, als Argument für die Story im Film benannt. Welche Bedeutung hatte dieses Argument für die Auswahl der Geschichte mit der Vorlage „Fack ju Göthe“, der bereits  2013 in die Kinos kam?

6.   Es kommen in der Redaktion und in den Gesprächen im Ort Irritationen an, die das dort gezeichnete Frauenbild betreffen „blond, blöd, mit pinkem Outfit“. Wie gehen Sie als Filmemacher mit dem Vorwurf des Sexismus um?

Das waren die Antworten von dreamscope:

1. August 2024, die Gemeinde war von Beginn involviert. Schließlich war sie Auftraggeber 

2. bitte dafür die Gemeinde kontaktieren 

3. bitte dafür die Gemeinde kontaktieren

4. Das Drehbuch wurde mit der Gemeinde abgestimmt, die Idee vom Gemeinderat bewilligt

5. Image-Filme sind heutzutage eine schwierige Aufgabe. Viele Filme erlangen keine Reichweite. Beispiel hierfür der Image-Film der Gemeinde Kressbronn: seit 4 Jahren auf Youtube, 4,500 Clicks. Wir wollten ein humorvolles Konzept mit emotionaler Story, das die Chance für Reichweite bietet. 

6. Den Vorwurf des Sexismus weisen wir stark zurück. Für uns ist Tschanni eine humorvolle Rolle, die keineswegs ein generelles Frauenbild vermitteln soll.

Ob Langenargen mit Reichweite alleine Gäste anziehen wird, bleibt abzuwarten. Ob Klickzahlen alleine die Qualität des Ortes belegen? Sicher nicht. Wenn Aufmerksamkeit erreicht werden soll, so ist das gelungen. Aber sind diese User in den sozialen Medien tatsächlich dann auch buchende Gäste? Man wird sehen. Polarisierung als Folge einer Marketingidee ist nicht unumstritten. Es besteht die Gefahr, dass sich Menschen von der Marke ( i.e. LA) abgestoßen fühlen und ihren Urlaub lieber woanders buchen.

Und die Einheimischen, die als Zielgruppe genannt werden?

Aktualisierung, 10.48 Uhr:

Das passt jetzt doch noch aktuell zum Thema Marketing:

Auf der morgendlichen Walkingrunde am Schwedi-Ufer begegnete mir ein älteres Ehepaar, das sich auf den Weg in Richtung Langenargen downtown machte. Wir kamen ins Gespräch. Trotz der “ Ebbe“ dort würden sie es genießen, den Weg nach LA nun direkt am Strand nehmen zu können. Ziel sei das Schloss. Also, Marketing wird sich ändern müssen. Auf die Themen kommt es an und wie man über einen Ort berichtet. Angesichts des Klimawandels wird es nicht reichen, die rosarote Brille aufzusetzen! Man wird andere Schwerpunkte setzen und einen Ort zukunftssicher machen müssen. Die Skigebiete machen das längst. Fehlt der Schnee, fehlt bei uns unten das Schmelzwasser. Aber das wissen wir eigentlich längst. . .(vgl. hier)

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