Das Volk und die Kleider

  

BM Krafft tritt wieder an

Man erinnere sich an das Kunst- Märchen von Hans Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider“: es handelt von zwei betrügerischen Schneidern, die dem Kaiser neue Kleider schneidern wollen. Zu diesem Zweck legen sie ihm einen Stoff vor. Es sei ein besonderer Stoff, der nur für kluge Menschen sichtbar sei. Als die Kleider fertig sind und dem Kaiser angelegt werden sollen, gibt er vor sie zu sehen. In Unterwäsche bekleidet, tritt er vor das Volk, das ihm begeistert zujubelt. Der Schwindel fällt erst auf, als ein Kind während des Festumzuges die Wahrheit spricht und ruft: „Aber er hat ja gar nichts an!“ Ein Raunen geht durch das Volk, alle stimmen dem Kind zu, trotzdem schreitet der Kaiser ungerührt weiter.

Wir sollten nicht erst ein Kind sprechen lassen, sondern unserem Erkenntnisvermögen in LA trauen, wenn wir die „Kleider“ unserer Gemeinde betrachten. So mancher undurchschaubare Stoff der letzten Jahre wird für jeden durchschaubar sein. Dann muss man auch laut rufen: „Aber er hat ja gar nichts an!“