Klimaverantwortung

Antworten geben

In dem Wort Verantwortung steckt das Verb „antworten“. Antworten beispielsweise auf Fragen der jüngeren Generation, die an die Verantwortlichen zu stellen sein werden und schon jetzt gestellt werden.

In Madrid findet die Klimakonferenz kein Ende, weil man sich nicht auf ein Abschlussdokument einigen kann. Dort studiert man Gesetzestexte und führt „informal informals“, d.h. informelle informelle Gespräche innen, draußen hört man den Radau mit Kochlöffeln der protestierenden Jugend. Bei genauem Hinsehen vor unserer Haustüre können wir sehr direkt das unsensible Verhalten unserer demokratischen Gremien in den Kommunen der Nachbarschaft beobachten. Dafür braucht man nicht nach Madrid.

Eine Stimme der jungen Generation wurde über das Netzwerk aus der Region Rottweil bis hierher zum See hörbar.  Die Stimmengeberin griff nicht zum Kochlöffel, sondern zur Tastatur. Karin Burgers SatireSenf macht sie hör -und lesbar. Es geht um den §13b BauBG, der nur bis zum 31.12.2019 angewendet werden darf. Auch unser neuer Gemeinderat hätte genug Stimmen der jüngeren Generation. Die müsste sich nur mit den trockenen Themen wie Regionalplan beschäftigen, sonst kann sie nicht nachfragen. Sie ist verstummt oder noch gar nicht stimmgewaltig erklungen.

All überall in diesen vorweihnachtlichen Tagen kann man die Beschlussfreudigkeit der Gremien beobachten: Die letzten Baugebiete nach §13b BauGB werden in den verschiedenen Gemeinden noch schnell beschlossen. Wenigstens schreibt man in  Eriskirch beispielsweise eine Begründung  für diese Absegnung, die bereits  im November  stattgefunden  hat. Dort ist man so ehrlich und verkündet am Ende, dass keine Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. Das wird  bei uns in der  aktuellen  Ausgabe des Montfortboten (MOBO) gar nicht erst formuliert.  Aber genau darum geht es. Dass nach diesem Paragraphen  kein Flächenausgleich geschaffen werden muss!!! 

Zur Erinnerung

In Überlingen kommt man dann am kommenden Donnerstag mit der Gemeinderatssitzung noch näher an das Ende der Frist am 31.12.2019. Und nach Informationen  aus Ostrach scheinen  sie  dort  eine besondere  Vorliebe  für diesen Paragraphen zu haben. Deshalb gibt es dort bereits früher Beschlüsse nach §13bBauGB.

Wohl gemerkt, es geht nicht darum Bauen zu verhindern, aber die Art und Weise, wie hier dieser zu ganz anderen Zwecken eingeführte Paragraph angewendet wird, lässt kein Verantwortungsgefühl der Entscheider*innen erkennen. Es ist tatsächlich ein Sündenfall.

Und das vor Weihnachten, wenn man beschaulich mit mehreren Generationen unter dem Baum sitzt. Aber vielleicht stellen die Enkel dann ja Fragen bei Kerzenschein. Dazu müssen sie sich nur informieren, direkt vor der Haustür.

Trotzdem einen schönen 3.Advent!

Ohne Worte: „Klimagipfel bringt kaum Fortschritte“, 13.49 Uhr