SOS Sozialarbeit


Verstärkung zur  Integration?

Vielleicht ist der Ruf nach Hilfe, den AGORA im letzten  November hier abgesetzt hatte, nun doch endlich gehört worden. In der letzten Woche konnte man eine Stellenausschreibung des Gemeindeverwaltungsverbandes Eriskirch-Kressbronn-Langenargen (GVV E-K-L) lesen, in der ein(e) Integrationsmanager/in gesucht wird.

Ob das Team erweitert werden soll oder ob es  wieder einmal einen  Weggang gab, wird  sich zeigen. Offensichtlich  handelt  sich um eine  kurzfristige Entscheidung des GVV vom 19. August 2020, denn die  Bewerbungsfrist endet bereits am 13.September 2020. 

AGORA hat  eine  Presseanfrage zur Klärung  der Hintergründe gestartet. 

Die  Vorfälle  um die  „Umsetzung“  der Familie aus  Bierkeller in die Notunterkunft und die  Übergriffe, die nach unterschiedlichsten Aussagen, die AGORA vorliegen, seit längerem im Rathaus  bekannt sind, mögen zu dieser Stellenausschreibung geführt haben. AGORA hat in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bemerkt, dass in kürzester Zeit drei Mitarbeiterinnen ihre  Stellen im Integrationsmanagement verlassen haben.

Es ist zu hoffen, dass es auf Dauer ein professionelleres Verständnis von Sozialarbeit bei der Betreuung von Schutz suchenden  Menschen geben wird. Eine Eskalation, wie hier in LA bereits zweimal vorgekommen, dürfte es unter einem empathischen Integrationsmanagement nicht geben. Das ist jedoch nur unter einer entsprechenden Leitung eines Integrationsbeauftragten zu erwarten, der nicht die Formulare, Akten und das Anzweifeln von Vollmachten Ehrenamtlicher, sondern die Menschen im Blick hat. Denken Sie an Frau Waas!

Gerade heute wird in der Schwäbischen Zeitung über den Rassismus in Michael Endes Kinderbuch „Jim Knopf“ debattiert. Dort äußert sich Riem Spielhaus vom Georg-Eckert-Institut für Internationale Schulbuchforschung und sagt: „Literatur ist dafür da , immer wieder neu verstanden und interpretiert und im Kontext der Zeit gedeutet zu werden.“ Genauso ist es. In demselben Artikel lässt die Schwäbische Zeitung die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, zu Wort kommen. Sie sagt , dass Rassismus viel stärker im Unterrichtsalltag thematisiert werden müsse.

Diejenigen, die ihre Mitmenschen mit Pfefferspray angreifen und aus ihren Wohnungen vertreiben, haben wahrscheinlich diese Lücke in ihrer Schulbildung nie schließen können. Aber auch das systematische Wegschauen der Ämter oder die Ungleichbehandlung durch mangelnde Möglichkeiten der Teilhabe, z.B. kein Zugang zum Internet, weil sie trotz Vertrag in den Unterkünften keinen Zugang haben, führt zu Ungleichbehandlungen dieser Menschen. Sie können sich aufgrund von Sprachbarrieren nicht wehren.

Übrigens der Monat August neigt sich dem Ende zu. Im SÜDKURIER vom 11. 8.2020 sagt BM Krafft, dass innerhalb von drei Wochen eine Lösung für die Familie in der Notunterkunft gefunden werden soll. Die Familie hat in der ganzen Zeit nichts von der Gemeinde gehört. AGORA hatte immer wieder um die Bekanntgabe von Ort und Zeit des Umzuges gebeten, weil sich die Familie gerade unter den schwierigen Umständen, die mit einem erneuten Umzug verbunden sind, vorbereiten muss. Die Gemeinde kennt den Ort und verweigert die Auskunft. Das wirkt wie Schikane so wie in Wikipedia zitiert:“„Kleinliche, böswillige Quälerei“.

Aktualisierung: Soeben ist der Familie der Umzugstermin und wenigstens der Teilort mitgeteilt worden. Die Wohnung dürfen sie jedoch vorher nicht anschauen.

Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten mit so einer großen Familie umziehen und Sie wüssten wieder nicht genau wohin. Auch dürften Sie die Wohnung vorher gar nicht anschauen. . . . Das alles nach einer „Umsetzung“, die Sie nicht selbst zu verantworten haben, die Sie nach dem Übergriff noch gar nicht verarbeitet haben!

Aber Miete ( bzw. Nutzungsgebühr) von 332€ kalt plus 450€ Nebenkosten für die Baracke dürfen sie schon zahlen!

24.8.2020, 13.15 Uhr