Froschkönige


in LA

Foto: (c) NABU

Man hört sie, die Frösche, auch jetzt im Moment des Schreibens. Den einen nervt es, den anderen freut’s.

Zur Situation in LA schreibt der NABU heute die folgende Pressemitteilung:

Das Rufen der Laubfrösche erregt die Gemüter, besonders in diesen Tagen, da die Laichzeit angebrochen ist. Die meisten Menschen erfreuen sich an dem etwas schrillen Ruf, zeigt er doch eine diesbezüglich intakte Natur an. Nur wenige Zeitgenossen ärgern sich über die bis in die Nachtstunden dauernden Rufe. Das führte soweit, dass Nachbarn verlangten, den Teich zuzuschütten, an dem die Frösche laichen wollten. So geschehen bei Frau Dr. Müller an der Amtshausstraße. Laubfrösche sind streng geschützt. Wer ihre Laichgewässer während der Laichzeit zerstört, muß mit einer Anzeige rechnen.

Der NABU möchte für das Verständnis für diesen kleinen, 3 bis 5 cm großen, “ Wetterfrosch” werben, der als einzige heimische Amphibie auf Bäume klettern kann.

Die älteren Bewohner von Langenargen bezeugen, dass noch vor ca. 40 Jahren große Vorkommen des Laubfroschs bis in die Hausgärten existierten. Jedoch gab es um 2005 einen Tiefstand der Population. Die Art drohte in unserem Bereich auszusterben, vermutlich bedingt durch starken Rückgang der Laichgewässer und mehrerer trockener  Jahre.

Dies veranlasste den NABU dazu, beim Umweltschutzamt Bodenseekreis ein “Schutzkonzept Laubfrosch” zu beantragen und bis 2007 durchzuführen. Dazu wurde das Restvorkommen der Frösche kartiert und im Naturschutzgebiet Malerecke mehrere Vertiefungen gebaggert, die sich während der Laichzeit Mai/Juni mit Wasser füllten. Der Laubfrosch benötigt zum ablaichen, wie die Gelbbauchunke , warme, flache Kleingewässer ohne Fressfeinde wie Fische oder andere Frösche. Über die Maßnahmen berichtete der NABU 2007 u.a. im Montfort-Boten. Dank dieser Maßnahmen und zusätzlicher Privatteiche und regenreicher Folgejahre hat sich der Bestand der Laubfrösche wieder sehr gut erholt. Durch seinen Aktionsradius  bis zu 10 km finden wir ihn auch wieder verstärkt in Nachbargebieten wie Eriskircher Ried, Oberdorf und Kressbronn.

Das größte Problem für die Existenz des Laubfrosches, aber auch der anderen Amphibien, sind fehlende Laichgewässer. Die Eindeichung der Argen, das Austrocknen des früheren Argendeltas durch Baumaßnahmen wie Campingplätze, haben in der Vergangenheit zum dramatischen Verlust von Laichgewässern geführt. 

Frösche, Kröten, Molche und Schlangen gehören zum Artenspektrum des Bodenseeuferbereichs. Wir Menschen sollten alles tun, die Fehler der Vergangenheit auszugleichen. Kreis, Gemeinden, Bevölkerung und besonders Naturschützer sind aufgerufen, dort wo es möglich ist, Laichgewässer anzulegen.

Gert Dreyer, NABU-Langenargen, Presse

Ergänzung AGORA-LA:

Es gibt einen wunderbaren Text in Ovid ’s Metamorphosen mit dem Titel „Die lykischen Bauern“, der die menschliche Überheblichkeit beschreibt. Dort werden unmenschliche Bauern in Frösche verwandelt.

Wer einen Teich mit diesen laichenden, quakenden Gesellen zuschütten lässt, der sündigt als Mensch gegen die Natur. Zur Natur gehören wir alle.

Vielleicht hilft ja eine Schachtel Ohropax ( Achtung : erstmals Werbung auf AGORA ), bis das Liebesleben der Frösche zur Laichzeit beendet ist.

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