Leserbrief


Wolfgang Maier zum Rosenstock

Zu dem sehr treffend formulierten Leserbrief von Herrn Kiefer in der letzten Ausgabe des Montfort Boten möchte ich Folgendes hinzufügen:

Der §34 beinhaltet, dass sich ein „Bauvorhaben nach Art, Maß, Bauweise und hinsichtlich der überbaubaren Grundfläche in die nähere Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist. Die Anforderungen an gesunde Lebensverhältnisse müssen gewahrt bleiben und das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.“

Diese Forderungen sind nur teilweise erfüllt. Eine Genehmigung hätte in dieser Form nicht erteilt werden dürfen.!

  • Umgebungsbebauung: Ein Gebäude fügt sich ein, wenn es sich innerhalb des aus seiner Umgebung hervorgehenden Rahmens hält und die gebotene Rücksicht auf die Sonstige, vor allem auf die in seiner unmittelbaren Umgebung vorhandene Bebauung nimmt. Warum wurde hier das Haus Maulbertschstraße 19, zum Vergleich herangezogen?
  • Verkehrsproblem: Nicht geklärt. Hier wäre ein Termin mit den Fachbehörden notwendig gewesen
  • Bodenrechtliche Spannungen (§34): Bodenrechtliche Spannungen entstehen, wenn durch ein Bauvorhaben die gegebene Situation verschlechtert, gestört, belastet oder sonst negativ in Bewegung gebracht wird. Dieses Kriterium ist nicht eingehalten!

Leider gibt es auch zur GRZ keine Übereinstimmung. Die Empfehlung des Gemeinderates, die GRZ auf 0,36 zu reduzieren, wurde nicht eingehalten, stattdessen beträgt die neue GRZ 0,43!

Die GRZ ist die bebaubare Grundfläche des Grundstücks. Dazu zählen jedoch neben dem Haus die Terrassen, Balkone, Grundfläche von Stellplätzen und ihre Zufahrten, Garagen, Wege und Nebenanlagen, auch sonstige bauliche Anlagen, welche sich unter der Erde befinden.

Die zulässige Grundfläche darf durch die Nebenanlagen im Regelfall um bis zu 50% überschritten werden (§14, Bau NVO). Bei der Grundstücksgröße von 599 m² wären daher max. eine GRZ von 0,645 möglich (=386 m²). Somit würden 213 m² für Freiflächen verbleiben.

Die GRZ hat auch eine ökologische Bedeutung. Denn letztlich sorgt sie dafür, dass ein Wohngebiet nicht zubetoniert wird und genügend Freiflächen bleiben. Sie ist nicht nur wichtig im Sinne des Arten- und Naturschutzes, sondern auch für die Versickerung des Regenwassers (Starkregenfälle!)

Auch wenn sehr viel über Verdichtung gesprochen wird und diese Vorgabe in den letzten Jahren mit viel zu großen genehmigten Bauten umgesetzt wurde, ist (vermutlich)trotzdem kein bezahlbarer Wohnraum für Einheimische geschaffen worden. 

Die Gemeinde muss jetzt ihren Weg finden und definieren, wohin sie mit der baulichen Entwicklung will. Um Wohnungen mit Lebensqualität zu erhalten, sollte ein Gestaltungsbeirat oder der Arbeitskreis „Bauen und Wohnen“ beratend tätig sein. Der AUT hat sich in 4 Sitzungen(!) mit dem Thema Rosenstock auseinandersetzen müssen und mit nur einer Stimme Mehrheit entschieden!

Eine weitere Lösungsmöglichkeit wurde nie verfolgt, nämlich die Gründung einer gemeindeeigenen „Baugenossenschaft“. Wenn Kressbronn das kann, kann es auch Langenargen. Natürlich müsste  sich diese Genossenschaft  am Markt behaupten, auch gegen die Bauträger. Mit dieser Genossenschaft hat die Gemeinde alles in eigener Hand. Sie kann AGIEREN statt zu reagieren. Sie kann den Gewinn, den sonst der Bauträger einsteckt, an die Käufer, wenn möglich junge Familien, weitergeben. Sie kann mit den Bauherren die bisher immer strittigen Punkte festlegen, im Sinne der Gemeinde sowie zum Frieden in der Nachbarschaft.

Dipl. Ing. Wolfgang Maier

Hinweis AGORA-LA: Im amtlichen Teil des aktuellen Montfort-Boten ist der AUT- Kurzbericht der oben angesprochenen Sitzung hier auf Seite 6 nachlesbar.

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