Hinter die Fichte geführt?


Friedrichshafenerstraße

Baumfällungen auf Gemeindegebiet und die mangelnde Kommunikation darüber gehörten in der Vergangenheit in LA leider häufig zusammen.( Erinnerungen: Hier, hier und hier.) Deshalb will AGORA-LA versuchen, ein wenig Licht in die Debatte um die Fichtenreihe an der Friedrichshafenerstraße zu bringen, die sich -wohlgemerkt- in Privatbesitz befindet.

Was ist geschehen?

In der offenen Facebookgruppe: „Langenargen-Die Gruppe“ ( für AGORA-LA nicht zugänglich, Name der /des VerfasserIn ist der Redaktion jedoch bekannt) wurde von einer besorgten Bürgerin die folgende Frage gestellt und an AGORA-LA weitergeleitet.

Es entwickelte sich nicht nur auf der Facebook-Seite ein Schwall von Vermutungen und Unmutsäußerungen, der hier nicht wiedergegeben werden soll. Auch mündlich wurde über Besitz -und Pachtverhältnisse gemutmaßt. Kurz, die Gerüchteküche brodelte.

Was hilft also, um Licht in den Schatten der Fichtenreihe zu bringen? Der Faktencheck.

AGORA-LA hat ein Gespräch mit dem Besitzer der Fichtenreihe, Roman Wocher, geführt. Dieser hatte von sich aus den Kontakt zur Redaktion gesucht, um seinen Beitrag zur Aufklärung in der Angelegenheit zu leisten.

Nach Darstellung Wochers fiel die Entscheidung zur Rodung der Bäume bereits im April diesen Jahres, nachdem es zuvor bereits im Februar 2020 in einer Unwetterlage vor Ort zu einem Feuerwehreinsatz gekommen war. Ein Baum war auf den Radweg gestürzt. (Die Fotos lagen AGORA-La in Papierform vor) Da zu befürchten war, dass zukünftig eine weitere Gefahr von der Fichtereihe ausgehen würde, kontaktierte Wocher das Landratsamt. Die Antwort zu dem Vorgang kam am 14.April 2021.

  

Die Fichten können, wie von Ihnen geplant, zwischen Oktober 2021 und März 2022 gefällt werden. Ein Ausgleich ist nicht zu pflanzen.“ Offensichtlich hatte das Umweltschutzamt sogar genau hingeschaut, wenn es in dem Schreiben an Wocher heißt, dass „bei der Fällung darauf zu achten ist, dass nur die Fichten gefällt werden“. Und weiter: „Die aufgekommene Naturverjüngung (Kirsche, Ahorn, Walnuss) ist zu erhaltenen und besonders bei der Fällung der Fichten nicht zu beschädigen oder sonst zu beeinträchtigen.“

Im Gespräch mit AGORA-LA betonte Wocher, dass er freiwillig etwas Neues pflanzen wolle.

Offen bleibt noch die Frage nach dem sog. Ringeln:

Entgegen mancher Vermutungen in der Öffentlichkeit, dass die Fichten angesägt wurden, um diese absterben zu lassen und dann fällen zu können, sagte Wocher:„ Da das schadhafte Holz nicht mehr zu verwerten ist, haben wir geringelt. Dadurch kann das Holz, das bereits durch den Borkenkäfer geschädigt ist, anschließend wenigstens noch zum Häckslen für Heizzwecke verwendet werden. Es trocknet auf diese Weise aus und muss nicht mit hohem Energieaufwand anschließend getrocknet werden“, so Wocher.

Wir halten fest: Die private Fällung wurde nach einer Gefahrenlage im Frühjahr nach Begutachtung durch das Landratsamt genehmigt. Geringelt wurde erst, nachdem fest stand, dass die Fichten nicht zu erhalten sind.

Einordnung:

Die Bürgerschaft in LA reagiert sensibel auf dieses Thema. Kein Wunder. Man ist gebranntes Kind, wenn man an Erfahrungen mit Fällungen auf gemeindeeigenem Grund aus der Vergangenheit denkt. Dort wurde oft nicht ausreichend transparent aus dem Rathaus heraus kommuniziert. Aber das ist hoffentlich kommunaler Schnee von gestern.

Allerdings ist die Bereitschaft zur Empörung ohne Hintergrundwissen in der Bürgerschaft von LA schon bemerkenswert. AGORA-LA hofft nun, zur Klärung beigetragen zu haben. Übrigens ,vielleicht steht ja auch noch der eine oder andere Baum aus dem 1000-Bäume-Programm der Gemeinde zur Verfügung. . .

Aktualisierung , 20.09.2021, 20.26 Uhr

Im Laufe des Tages erhielt die Redaktion AGORA-LA weitere Unterlagen, die den Feuerwehreinsatz vom 10.2.2020 belegen. Die Originalrechnung der Gemeinde Langenargen, die über den Hauptamtsleiter Bitzer an Roman Wocher erstellt wurde, liegt AGORA-LA nun vor. Der Einsatz fand laut Abrechnung mit der Feuerwehr am 10.02.2020 statt. Eine zusätzliche Rechnung existiert über den Einsatz der Drehleiter der Feuerwehr Kressbronn von demselben Einsatz.

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