Jahreswechsel 2022

Gänseblümchen-Fazit

Schon wieder ein Jahr vergangen. Die gute Nachricht: Corona scheint sich zu verabschieden, die schlechten: in Europa herrscht seit dem 24.Februar 2022 Krieg, dessen Auswirkungen bis in unser Gemeindeleben spürbar sind und der Klimawandel lässt am letzten Tag des Jahres die Gänseblümchen bei viel zu hohen Temperaturen blühen. Zeitenwende – das Wort, das für den Übergang in eine neue Ära steht und von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfDS) zum Wort des Jahres 2022 gewählt wurde. Die Klima-Zeitenwende kennen wir schon viel länger als 2022.

Was bedeutet dieses Wort für unseren Ort nach mehr als zwei Jahren Pandemie, die für die Kommune schon herausfordernd genug waren? Wofür muss Kraft gesammelt werden?

Für die scheinbar immer noch nicht enden wollende Mooser-Weg-Geschichte, die viele Ressourcen der Verwaltung, des Gemeinderates und der Bürgerschaft für ein erneutes Bürgerbegehren bindet?

Wird die Wohnraumbedarfsanalyse, die die Argumentationsketten um bezahlbaren Wohnraum endlich auf ein überprüfbares Fundament gestellt hat, dabei helfen, die Themen der Zukunft mit Blick auf die Gemeindeentwicklung gemeinsam zu gestalten?

Wie geht man mit den Altlasten, von denen im letzten Jahr hier die Rede war, um? Manches hat sich positiv bereits entwickelt. So beispielsweise das Thema Feuerwehrhaus. Ein neuer Entwurf und die Förderung des Teilneubaus ist nun endlich geschafft. Die finanzielle Last wiegt allerdings durch die zahlreichen ungeklärten rechtlichen Randbedingungen der Vergangenheit und die steigenden Baukosten wesentlich schwerer als geplant. Aber die möglichen juristischen Fußangeln mit Nachbarn und Erbbauberechtigten sind bei diesem Projekt nun beseitigt.

Zeitdruck gibt es in Hinblick auf das Seniorenheim, dessen Planung Priorität besitzt. Nachsicht übte bisher die Heimaufsicht, die eine Betriebszeitverlängerung bis 2024 mit einer Ausnahmeregelung genehmigt hat. Für welche Fläche wird man sich hier entscheiden?

Für das Schloss tut sich wieder eine Perspektive mit Blick auf das kommende Frühjahr auf. Interessierte Pächter klopfen nun doch plötzlich endlich an. Wer weiß, für wen sich die Türen des Schlosses öffnen werden?

Dann gab es noch das Thema Seethermie, ein Projekt, das Langenargen gemeinsam mit Meersburg stemmen möchte. Ob es in der Zeitenwende wegen der Energieknappheit vielleicht schneller verwirklicht werden kann?

Und noch ein Dauerbrenner: Der Noli-Platz. Ist so ein Projekt in diesen Zeiten mit dem vorgeschlagenen gestalterischen Aufwand eigentlich notwendig?

Auch das Thema Tiefgarage steht seit Jahren auf der To-do-Lise. Ist das nicht das Pflichtprogramm und nicht die Kür, wenn das Mauerwerk marode ist?

Dass in der Vergangenheit Investitionen zu wenig strategisch geplant wurden, kann man hier nachlesen. Mangelnde strategische Überlegungen bis 2020 werden sichtbar und holen uns jetzt ein.

Auch das sind gemeindliche Pflichten: Die Unterbringung Geflüchteter und die Schaffung von Unterbringungsmöglichkeiten können nicht mehr verdrängt werden. Das ist ein Thema, das auch zur Zeitenwende gehört und im Fokus aller Kommunen bleiben wird. So ist es erfreulich, dass die Gemeinde die Immobilie am Heckenweg für die Unterbringung in Obdachlosigkeit gekauft hat und endlich nach und nach die Räumlichkeiten renoviert. Dadurch kann die dort noch lebende Familie mit fünf Kindern in eine nun im Haus bereits fertig gestellte Wohnung dauerhaft umziehen. Sie muss nicht, wie zunächst befürchtet, vorübergehend in den Keller ziehen. Diese Nachricht kam jetzt. Das ist ein schönes verspätetes Weihnachtsgeschenk.

Das Fazit in der Zeitenwende für die Kommune und ihren Haushalt dürfte lauten: Beschränkung auf das Notwendigste.

Ein Highlight jedoch wird 2023 sicher für Langenargen bringen, etwas, worauf man sich mal wieder freuen kann: Die 1250 Jahr-Feier mit den vielen Veranstaltungen, die über das Jahr hoffentlich anspruchsvolle Kultur vermitteln wird. Menschen von nah und fern werden hoffentlich zu den Feierlichkeiten zusammenkommen.

In diesem Sinne wünscht AGORA-LA allen Leserinnen und Lesern ein frohes Neues Jahr. Bleiben Sie gesund und lassen Sie uns gemeinsam auf Frieden hoffen. Zum Schluss noch ein Hinweis:

Bedenken Sie, dass der Raketenkrach in der Silvesternacht für die ohnehin teilweise traumatisierten ukrainischen Geflüchteten in unserer Turnhalle und anderswo möglicherweise unnötige Stresssituationen hervorrufen könnte. Vom verpulverten Geld samt Umweltbelastung mal ganz zu schweigen. (vgl. hier, hier)

Deshalb:

Spenden statt Böller!Böllerciao!

Ihre Elke Krieg 

Ausblick ohne Böller am See: Prosit!

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