Der Ghostwriter


. . . und die fremden Federn des Bürgermeisters

Es  ist bereits  Bürgermeister-Wahlkampf und keiner merkt‘s. Eigentlich könnte  man es  schon merken. Denn die mit Entscheidungen vollgepackte Tagesordnung für die Gemeinderatssitzung am kommenden Mittwoch im Münzhof weist darauf hin. Auch die vergangene Einwohnerversammlung mit den Präsentationen fremder Akteure lässt den Kandidaten im Pfauenkleid glänzen. AGORA  berichtete hier.

Aber  nun  kommt es noch offensichtlicher. Die Digitalausgabe der Schwäbischen Zeitung erreicht  AGORA immer gegen 22 Uhr des Vorabends. So auch gestern Abend. Im Langenargener Teil berichtet Andy Heinrich nach fast einer Woche erneut  über die  Einwohnerversammlung. Hier. Es  ist der Teil  der Präsentation des  BM am Ende der  Veranstaltung, in dem in Windeseile die „olle  Kamelle“zum Thema Verkehrsentwicklung erneut gelutscht wurde. Na, denkt AGORA, das wäre doch wieder was  für den Facebook-Account des BM. Und richtig, da steht der Artikel schon. Bereits zum Zeitpunkt des Screenshots seit 4 Stunden!

Screenshot : 26.7.2020,23.59 Uhr

Die  Schwäbische Zeitung  ist eben doch ein zuverlässiger Partner im Wahlkampf! Dabei schlief der Facebook-Account des BM Krafft jahrelang in tiefem Dornröschenschlaf!

AGORA hatte im letzten August hier berichtet.Da wurde der Account des Bürgermeisters gerade wieder wach geküsst.

Natürlich ist die Verlinkung eines Presseartikels kein urheberrechtlichen Problem. Aber Texte für das „Aufhübschen“ des eigenen Profils fast ausschließlich über die Texte der Schwäbischen Zeitung zu generieren, zeugt nicht gerade von der Kreativität des Kandidaten.

Einer trägt die fremden Federn im Kleid, ein anderer führt den Federkiel. Dass der mit dem Federkiel als Ghostwriter aber auf der Facebook-Seite des BM Krafft auch noch heute den „Gefällt“-Daumen zu seinem eigenen Artikel hebt, dokumentiert wenig journalistisches Feingefühl.

Auch andere Medien sehen heute auf LA und erweitern die Medienlandschaft hier. (28.7.2020, 18.08Uhr )

Screenshot, 27.7.2020, 12.17Uhr

  1. Verschiedener kann der Wertekanon gar nicht sein: Die konservative Medienlandschaft erhält Millionen vom Staat und über die Verbindung von Anzeigenabteilung, Wirtschaft und Redaktion wurde bereits so manch unerfreuliches geschrieben.Die übriggebliebenen Presseschreiber bangen um ihre teils auch prekären Jobs und schreiben sich weiter hinein in die Arbeitslosigkeit. Die Mehrzahl der Lesenden und selbst denkenden Menschen haben sich längst in etablierten Digitalkanälen mit echtem Qualitätsjournalismus versorgt. Kreativität und Transparenz durch Dominanz und Machtgehabe zu ersetzen, ist so was von out! Das hatte vor langer Zeit oder in anderen Kulturkreisen noch funktioniert. Das Verhalten nach „alter Väter Sitte“ können sich selbstbewusste und herzliche Menschen am Bodensee nicht mehr leisten. „Der Mohr darf gehen“. Wiederwahl? Der Drops ist sowas von ausgelutscht!

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