Journalistische Zwangsernährung?


Massenspeisung der Leserschaft

Kommentar

Eigentlich gäbe es allmählich wichtigere Themen. Aber nein, die Schwäbische Zeitung stopft hier ihren Konsumenten ein weiteres Mal einen Artikel zur Wahl in LA in ihren Rachen. Es ist der Beitrag in etwas abgewandelter Form, der einen Tag nach der Wahl in der  Ipf und Jagst-Zeitung der Alb veröffentlich wurde. AGORA berichtete hier.

Die Überschrift heute „Krafft:‘ Der Umgangston wurde immer schlechter‘ “. Dafür werden gleich zwei Redakteurinnen, Marlene Gempp und Eva Stoss, bemüht. Letztere hatte den Beitrag am Montag in der Ipf und Jagst-Zeitung geschrieben. Es werden wieder  Schuldzuweisungen an die sogenannte Gegenseite gerichtet. Die Zahlenspiele werden wiederholt( z.B. Anfeindungen 80:20) Oder die Ungeheuerlichkeit Krafftscher Äußerung über zugezogene Menschen mit sehr, sehr viel Geld, die seinen Konkurrenten unterstützt hätten. Neu ist in diesem Artikel das folgende Zitat Kraffts:„ Seit Jahren ist der Umgang in manchen Gruppen im Ort schwierig gewesen. Diese waren jetzt im Wahlkampf wieder aktiv und können ihren Erfolg feiern.“ 

Wie bitte? Will er die Mehrheit der Wähler und Wählerinnen in einer demokratischen Wahl als „manche Gruppen“ abwerten? 

Und die einzige Zeitung am Ort springt ihm bei? Seit Sonntagabend müssen die Leser*innen diese einseitige Berichterstattung über sich ergehen lassen ? Denn fällt es Ihnen auch auf? Ole Münder, der Sieger der  Wahl, kommt in dem heutigen Beitrag auch wieder nicht zu Wort!

Man fragt sich wirklich, was die Schwäbisch Zeitung mit einer solchen Berichterstattung bewirken will? Ist es ein völlig gescheiterter Versöhnungsversuch? Man erinnere sich an den zu Wahlkampfzeiten von Krafft vorgeschlagenen Arbeitskreis (AK) „ Versöhnung“ (s. Podcast) Der Versuch der Schwäbischen Zeitung, möglicherweise die Leitung eines solchen zu übernehmen, dürfte hiermit  gescheitert sein. Auch der Kommentar vom 29.11.2020 von Regionalleiter Martin Hennings, der scheinbar als selbsternannter Leiter eines AK Versöhnung schreibt, hilft nicht weiter:

Münder muss Gräben überwinden und Gesprächsfäden wieder aufnehmen, die in den vergangenen Monaten und Jahren fallengelassen worden sind -von wem auch immer. Er sollte jetzt auf die Wahlverlierer zugehen – nicht triumphierend, sondern offen und ehrlich an einem Neuanfang interessiert. Der klappt natürlich nur, wenn das auch all diejenigen tun, die Achim Krafft unterstützt haben.“

Wie soll Ole Münder dies denn gelingen, wenn seit drei Tagen die einzige Tageszeitung vor Ort ohne Unterlass dem Wahlverlierer eine öffentliche Bühne zum Wundenlecken verschafft? Derjenige, der die Hauptrolle in knapp vier Wochen nach einer legalen Wahl übernehmen soll, wird jedoch mundtot gemacht. Jetzt schon?

Ehrlich gesagt, bei dieser Art der Berichterstattung mit einseitiger Kost kann man sich als Abonnent*in nur die Hand vor den Mund halten und die Nahrung verweigern, die einem täglich ‚reingeschaufelt werden soll. Wie ein Kleinkind, das seinen Spinatbrei verweigert. . . und sich lieber aus AGORA vorlesen lässt!

Aktualisierung : 2.12.2020, 13.16 Uhr

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