Aschermittwoch


Schulstarts

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, nur Corona nicht. 

Die Schulen in Friedrichshafen haben sich auf einen Schulbeginn zum Aschermittwoch geeinigt, teils digital, teils im Präsenzunterricht für die Abschlussklassen. In Bayern sind die Faschingsferien ausgefallen.

Hier findet man das Schreiben der Kultusministerin Susanne Eisenmann, die gleichzeitig Landtagswahlkämpferin um den Ministerpräsidentenposten für die CDU ist, an die Schulkollegien. Ob sie deshalb dem Schreiben eine persönliche Note handgeschrieben zugefügt hat?

Die erste Leitlinie, die in der letzten Woche von den Fachgesellschaften für die Schulen verfasst wurde kann man hier nachlesen. Die Mitverfasserin Eva Rehfuess betont, dass die sog. lebende Leitlinie unter enormem Zeitdruck entstanden ist. „Das heißt, wir sprechen schon jetzt von einer Aktualisierung in ein paar Monaten, wenn wir neuere Erkenntnisse vorliegen haben“, so Rehfuess hier. Auch gäbe es kaum Studien, so dass die fehlende Evidenz der Schwachpunkt der Leitlinie sei.

Diese richtet sich übrigens nicht an Mediziner, sondern an die Schulämter, Gesundheitsämter und Ministerien. 

Immerhin haben wir jetzt eine „lebende“ Leitlinie, die sich dem Tod durch Weiterverbreitung entgegenstellt. Vorausgesetzt, die Schulen haben Räumlichkeiten, Personal und Technik diese umzusetzen. Eine andere Priorisierung der Lehrkräfte hält der Leiter der Ständigen Impfkommission STIKO, Prof. Thomas Mertens, nicht für nötig. Hier Warum eigentlich nicht, wenn alle in Sorge um die schulische Situation der Kinder sind? 

Deren „Bildungslebendigkeit“ ist eng mit der Gesundheit der Lehrerschaft verbunden. Der Lehrermangel war schon vor der Pandemie besonders in den Grundschulen seit Jahren bekannt. Er würde durch einen hohen Krankenstand noch verstärkt.

Und eines ist klar: Arbeitgeber der Lehrerschaft ist nicht nur bei uns das Land. Damit hat das jeweilige Bundesland eine Fürsorgepflicht. Was ist passiert, wenn Lehrer*innen aufgrund von Spätfolgen der Erkrankung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeitsfähig sind? Ein nicht unerheblicher Teil der Lehrerschaft ist nicht verbeamtet und arbeitet in einem Angestelltenverhältnis. Wenn Angestellte länger als sechs Wochen erkranken, bekommen sie nur noch 70 Prozent ihres Gehaltes. Im Pflegebereich ist Corona inzwischen als Berufskrankheit anerkannt. Wie ist das in der Schule?

Auch Mertens betont, dass die politischen Entscheidungsträger von der Empfehlung der Priorisierung bei Lehrer*innen abweichen können und dürfen. „Die Begründung für eine geänderte Vorgehensweise muss dann allerdings auch von diesen politischen Entscheidungsträgern kommen“, sagt er in dem oben erwähnten Artikel. (Hervorhebung AGORA )

Also: Kultusministerin Eisenmann könnte und dürfte mit mehr als einer handschriftlichen Note ein Zeichen setzen. Das wäre wahlkampfstrategisch überzeugender als die bisherigen Wahlplakatsprüche.

Hier macht ein Vater seinem Ärger über das Krisenmanagement des Kultusministeriums Luft

Aktualisierung: 9.0.9 Uhr: Aschermittwoch vor einem Jahr bei AGORA.

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