Noch mehr Erbauliches 


Villa Wahl

Da wir nun im Laufe des Schlossrundganges so tief ins Thema der Denkmalpflege eingetaucht sind, machen wir damit gleich weiter.

Der Punkt „Verschiedenes“ am Ende von Gemeinderatssitzungen hat nämlich oft interessante Kleinigkeiten zu bieten. So auch am letzten Montag. Bürgermeister Münder wies darauf hin, dass man doch nicht überrascht sein sollte, wenn die Villa Wahl plötzlich in einem Terracotta-Anstrich daherkomme. Ja, der Bürgermeister hat nach fast 10 Monaten Amtszeit die mögliche kritische Öffentlichkeit in LA gut eingeschätzt und sofort die Hintergründe zum neuen Anstrich erläutert.

Warum also der Farbwechsel?

Es gibt einen entsprechenden Farbbefund, versteckt in den Farbschichten der Vergangenheit. Da die Denkmalpflege immer ein wachsames Auge hat, um das Aussehen des Denkmals möglichst in Material und Farbe bei der Restaurierung wiederherzustellen, wird die Villa wahrscheinlich einen anderen Anstrich bekommen. Das haben wir ja gerade beim Besuch  der Baustelle am Schloss gelernt. Also, nicht erschrecken, wenn es so kommt. 

Einige Eindrücke von der Baustelle kann AGORA-LA mit den folgenden Bildern, die Albrecht Weber dankenswertweise zur Verfügung gestellt hat, hiermit schon mal liefern:

Fundstück, Foto (c) A.Weber
Farbprobe: Foto A.Weber(c)

Albrecht Weber schreibt AGORA-LA dazu:

[. . . ]

„Eine ähnliche rote Farbgebung hatte in Langenargen z.B. das abgerissene „Rote Haus“ als Privatbau am Marktplatz an der Stelle der heutigen Kreissparkasse und aktuell noch erkennbar das Amtshaus in der Oberen Seestraße. Beides bedeutende Bauten wie die Villa Wahl, bauzeitlich (1845) die erste Apotheke Langenargens.(s.Begründungsurkunde)

Das gerade in der Sanierung befindliche historische Rathaus in Ravensburg hat ebenso diese seinerzeit für besondere Bauten genutzte Farbe.

Der Zementfliesenboden wurde sehr nachhaltig in Handarbeit unter Ausnutzung der natürlichen Sonnenstrahlung zur Trocknung nach einem Mäandermotiv der Fensterscheiben der Veranda im Marokko von der Fa. MOSAICO hergestellt.

Mäander, Foto,: A.Weber(c)

Grundlage sind ausschliesslich natürliche, stabile, bezahlbare Pigmente und Sande, die diese natürliche Farbgebung ermöglichen. Eine handwerkliche Qualität, die unsere historischen Bauten prägte. Sie werden aber in Deutschland nicht mehr herstellt.

Schachspiel im Wintergarten, Foto.A.Weber (c)

Auf dem Foto der stolze Meister mit einer fertiggestellte Eckfliese in seiner Manufaktur. In Deutschland in dieser denkmalpflegerischen Qualität nicht zu haben.Broterwerb für Nordafrikaner in Cooperation mit einer deutschen Firma zur Sanierung und Bewahrung unserer Baukultur!“

Meisterstücke, Foto: A.Weber(c)

Nachschlag zum Gewässerschutz, 1.10.2021, 12.06Uhr

Zum Thema „Fels in der Brandung“ kommt heute noch die Antwort zur Presseanfrage von AGORA-LA an das Landratsamt, warum man denn den Fels nicht einfach im See belassen hat. Während der Baustellenführung war das ein Thema gewesen. Es hieß seitens der Führenden, dass dies wasserrechtlich nicht erlaubt gewesen sei. Das fand AGORA-LA erstaunlich und hat nachgefragt. Hier kommt die Antwort über den Pressesprecher Robert Schwarz:

Guten Tag Frau Krieg,

bei dem besagten Stück Mauer handelt es sich um ein ca. 2 m x 1,5 m großes Mauerstück.Beim Ortstermin war sowohl die untere Wasserbehörde vom LRA als auch der Landesbetrieb Gewässer des RP Tübingen als Gewässerbetteigentümerin anwesend.Aus Gewässerschutzsicht ist das Mauerstück nicht zwingend aus dem Bodensee zu entfernen. Allerdings wurde von Seiten des Landesbetriebes Gewässer des Regierungspräsidiums (RP) Tübingen eine Entfernung aus Präzedenzgründen gefordert. An vielen Stellen kommt es zu diversen Einbringungen in den See, die in der Summe zu einer Belastung der Flachwasserzone werden. Es geht hier also um eine Grundsatzfrage.

Viele Grüße

Robert Schwarz

Anmerkung AGORA-LA: Jetzt wissen wir also genau Bescheid. Gut, dass die Ämter aufpassen.Hoffentlich wird auch in anderen Zusammenhängen immer so eindeutig reagiert, wenn es um Umwelt-Grundsatzfragen geht.

Nun kann man vielleicht dann später künftigen Besuchern per Foto und Texttafel erzählen, was dort passiert ist.

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