Die vierte Welle: 


Ein Tsunami

Man fragt sich immer wieder, warum Deutschland die vierte Welle so hart trifft. Ja, wir haben seit dem Sommer zu wenig getan, obwohl das RKI im Juli gewarnt hatte und die Vorbereitung auf den Herbst mit der Booster-Organisation eingefordert hatte. Klar ist, dass die Impfquote zu niedrig ist, aber die ist beispielsweise in UK auch nicht viel höher und trotzdem ist die Welle dort im Verhältnis zu anderen Ländern der EU mit derselben Impfquote zur Zeit schwächer. Es gibt kaum Einschränkungen im öffentlichen Leben.

Es gibt nun eine interessante Datenanalyse des Data-Teams der Financial Times (Ft) um John Burn-Murdoch, die in der Ft und auf Twitter veröffentlicht wurde. Zugegeben, Karl Lauterbach hatte vorgestern getwittert und darauf hingewiesen.

Warum geht es? Die wichtigste Erkenntnis: Boostern, was die Nadeln schaffen! Ich versuche mal zusammenzufassen:

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass nicht allein das Verhalten der Menschen geholfen habe, sondern das zeitige Boostern der vulnerablen Gruppen. Es geht um die beiden Kurven vom frühen Oktober und späten November 2021:

Screenshot, AGORA-LA,25.11.2021,19.28 Uhr

Im Oktober war die Booster-Rate auch in UK bei den Älteren niedrig. Das Gleiche gilt für die Hospitalisierungsquote. Sie war bei 18 bis 64-Jährigenauf relativ hohem Niveau, fiel jedoch dann zügig bei den Geboosterten über 65.

Screenshot AGORA-LA, 25.11.2021, 19.33 Uhr

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das Boostern die Welle brechen könnte. In dem Moment, wo die Booster-Impfung verabreicht wird, knickt die Kurve wenig später ein. In Belgien, die kürzlich mit dem Boostern der Älteren begonnen haben, sieht man diese Tendenz bereits. In den Niederlanden, wo das Boostern erst vor wenigen Tagen begonnen hat, sieht man den Effekt noch nicht.

Screenshot AGORA-LA,25.11.2021,19.36 Uhr

Einen Haken hat das Ganze: Es kann nur geboostert werden, wenn man die beiden Impfungen zuvor gehabt hat. Das heißt, diejenigen, die sich jetzt erst zur Erstimpfung entschließen, haben mit zeitlichem Verzug erst vollständigen Schutz nach beiden Impfungen. Das dauert.

Das Fazit, das die Autoren ziehen: Wir sollten die dritte Impfung nicht Booster, sondern eher dritte Auffrisch-Dosis nennen, der Effekt des Boosterns sollte viel besser kommuniziert und vor allen Dingen schneller organisiert und durchgeführt werden.

Was bedeuten diese Erkenntnisse für uns in Deutschland? Wir haben mal wieder geschlafen. . . . Die Regierenden wussten seit Juli, dass man sich auf das Boostern vorbereiten sollte. Das hat das RKI am 22. Juli 2021 empfohlen. Hier. Denn nach dem Sommer kommt der Herbst und dann der Winter! Auch die Zahlen aus Israel über den Vorteil durch Boostern aller waren bekannt. Hier wurden Menschen, die einige Tage vor Ablauf der 6 Monate zum Boostern kamen, oft abgewiesen.

Die Einwohner von UK haben eine stärkere Durchseuchung nach dem so genannten „Freedom Day“ im Juli und damit eine Art Herdenimmunität erlangt. Aber dafür hatten sie hohe Todesfallzahlen hinzunehmen. Der Blick auf die aktuelle Situation vom 25.11.2021: Hier. Erst am Ende dieser Pandemie wird man wissen, welches der beste Weg war. Im Moment steigen bei uns die Todesfälle sehr schnell und liegen bei uns auch über 100.000. Dass jetzt schnell geboostert werden muss, dürfte klar sein.

So wie in Langenargen, wo gestern das mobile Impfteam beraten und dann zugestochen hat. Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Dank einer hervorragenden Organisation, die die Menschen nicht in der Kälte (wie neulich in Tettnang )stehen ließ, kamen von den Impflingen nur positive Rückmeldungen bei AGORA-LA an. Der Zeittakt war ausgeklügelt. Mirko Meinel vom Gemeindeverwaltungsverband Eriskich-Kressbronn-Langenargen (GVVE-K-L) und sein Team hatten mit Stühlen eine „Sitzuhr“ entwickelt, auf die sich die Impflinge in 5-Minutenabständen setzen und warten konnten. 

Der Takt bestimmt den Stich der Nadel (c) AGORA-LA

Tettnang

Wenn es Puffer gab, konnten Spontan-Impflinge auch noch Platz nehmen. Die mussten allerdings länger warten. Der Leiter des Ordnungsamtes, Marcel Vieweger, der das Geschehen dirigierte, war voll des Lobes. Auf Nachfrage sagte er, dass wesentlich mehr Menschen zum Boostern als zu Erst- und Zweitimpfungen gekommen wären. Mirko Meinel deutete an, dass man versucht im GVV-E-K-L ab Anfang Dezember einen ständigen Impfstützpunkt einzurichten.

Derweil sagt die Gemeinde Langenargen alle gemeindeeigenen Veranstaltungen auf ihrer Homepage ab. HIER.

Um den positiven Ausblick nicht zu zerstören, verheimliche ich Ihnen jetzt die neuesten Erkenntnisse über eine neue Variante in Südafrika. UK hat bereits die Flughäfen für Reisende von dort geschlossen. Deutschland will wohl auch Maßnahmen ergreifen. Hier. Jetzt reicht’s aber!

Es könnte so schön sein: Schnee zum 1 Advent, aber der Stern sieht auch irgendwie aus wie Corona. . .

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808, 2 Inzidenz im Bodenseekreis: Trauriger Rekord

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