„So was findet man nur hier. . .“

bei den Schlosskonzerten in Langenargen!“

Das hörte man im Rausgehen und nach dem Abschiedshändedrücken durch den Veranstalter Peter Vogel persönlich. (Veranstalter klingt so technisch, der Mann ist selbst leidenschaftlicher Musiker!) Nach einem unglaublichen Schlosskonzert mit zwei außergewöhnlichen Musikern: Dem ukrainischen Geiger Andrej Bielow und dem amerikanisch-türkischenPianisten Özgür Aydin. Sie spielten als Duo erstmalig dort im Schloss zusammen.

Aus seiner Homepage hier.

Aus seiner Homepagehier.

Was sie gespielt haben? Das steht im Programm. Hier.: Johann Sebastian Bach, Sonate für Violine und Klavier, E-Dur BWV1016, Ludwig van Beethoven, Sonate Nr.5F-Dur op.24 „Frühlingssonate“, Maurice Ravel Fantasie in C-Dur für Viloline und Klavier D934 und Maurice Ravel Sonate für Violine und Klavier

Warum findet man das nur in Langenargen?

Das will ich Ihnen gerne sagen. Zu welchem Konzertsaal kann man mal eben schnell mit dem Fahrrad gelangen, wenn man hier wohnt? Kurz entschlossen, nachmittags nach dem Regen die Karten im Touristenbüro gekauft, schnell noch in den See, dann die Treppenstufen hochgeeilt in diesen herrlichen Saal mit Blick auf den See mit den vorbei schwebenden Segelbooten. . . . In der Pause auf der Terrasse mit einem Gläschen und dann. . . diese Musik! Wo gibt es das sonst?

Aussichten
Pausengast
Zauber des Himmels

Ich bin kein Profi, was Musikbeschreibungen angeht, ich kann sie schon gar nicht sie wie eine Musikkritikerin gekonnt beschreiben. Aber ich kann sie genießen. Dafür ist sie schließlich komponiert worden.

Was ich unter dem Eindruck dieser Kulisse von See und Bergen allerdings beschreiben kann, sind die Gedanken, die kreisen: Es tut so gut nach den Monaten der Pandemie wieder in einem Konzert zu sitzen! Zwar unterhält man sich mit den älteren Sitznachbarn darüber, ob man die Maske tragen soll oder nicht. Es stellt sich heraus, dass wir alle ausreichend geimpft sind. Also runter damit. Außerdem steht die Terrassentür auf und es wird gut gelüftet.

Was mir sonst noch durch den Kopf geht?

Wie ist es möglich, dass in diesen Monaten des grausamen Angriffskrieges, den Russland im Februar begonnen hat, sich die Menschen mitten in Europa abschlachten? Ein Land wie Russland, das wie die Ukraine wunderbare Musik hervorgebracht hat. Auch frage ich mich, wie der ukrainische Musiker Andrej Bielow wohl in diesen Monaten des Krieges seine Gedanken beim täglichen Übungsspiel auf der Geige sortieren kann. Wie schafft er es, diese unglaublichen Töne auf seinem Instrument hervorzubringen?Vielleicht spielt er erst recht jetzt so gut mit dem ebenso begnadeten Pianisten Özgur Aydin zusammen, weil sie beide gemeinsam gegen diesen Wahnsinn anspielen wollen.

Das Heilsame der Musik besteht wohl darin, dass man für die zwei Stunden diesen grausamen Alltag vergisst und dankbar für die gefühlt trügerische Idylle am See ist. 

Und so schwingt man sich nach diesem Ohrenschmaus wieder auf das Fahrrad, um mit der Musik in den Ohren nach Hause zu radeln. Dort öffnet man das Handy und schon hat einen der Alltag wieder. Aber die zwei Stunden im Schlosssaal mit dieser wunderbaren Musik kann einem niemand nehmen! Gestern konnte man erleben, wie der Saal in unserem Schloss tobt, Standing Ovations! Der Altersdurchschnitt der Zuhörer ließe sich durchaus noch senken.

Nur zu empfehlen! Es gibt noch mehr davon.Hier.

So, und nun kommt noch eine Zugabe meinerseits an Professor Bielow aus meiner Heimatstadt Düsseldorf. Er unterrichtet dort an der Robert-Schumann- Hochschule.

So sieht die Tonhalle in Düsseldorf seit dem Angriff im Februar aus. Meine Leserschaft kennt das Bild schon

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