Knochenarbeit mit Knochenleim (aktualisiert)

Führungen für die Öffentlichkeit im Schloss Montfort

Am letzten Donnerstag war es soweit. Das Schloss öffnete seine Pforten für BesucherInnen, die den Handwerkern über die Schulter schauen durften. Es wurden zwei Führungen angeboten. Beide waren sofort ausgebucht.

Architekt Albrecht Weber gab zusammen mit Anton Frei( der Herr mit dem Dammhäusle hier)und dem Restaurator (der Herr mit den Pralinen! Hier) jeweils über zwei Stunden lang Auskunft über das, was man sonst nicht zu sehen bekommt. Auch Ortsbaumeister Markus Stark und einige Gemeinderätinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl waren anwesend. Es durfte gefragt werden und es gab professionelle Antworten, die die innige Liebe zum Handwerk verdeutlichten.

So erfuhr man, dass nicht jeder Leim geeignet ist, dass Sperrholz früher noch selbst vom Schreiner hergestellt werden musste und dass nicht immer moderne Materialien ( z.B. Silikon) zum Abdichten alter Fenster geeignet sind. Ein Fenster, das dem Regen auf der Seeseite trotzen soll, muss so gebaut werden, dass das Wasser ablaufen kann. Und, und . . . .

Insgesamt kamen zu jeder der beiden Führung ca. 50 BesucherInnen. Einige Begeisterte schlugen vor, doch jede Woche Führungen anzubieten. . . . aber dann würde das Schloss wohl nie fertig! Vielleicht jedoch nochmals zu einem späteren Zeitpunkt!

Es war eng im Foyer
Kein Kniefall vor der Dame: Anton Frei erklärt die Restaurierungsarbeiten am Parkett, das später weiter sorgfältig gepflegt werden muss

Dort, wo sich die BesucherInnen im Foyer drängelten, war es vor einiger Zeit noch enger. Die „Putzkammer“ im Treppenhaus ist weg. Schauen Sie mal:

Putzkammer (c) A.Weber
Durchbruch für mehr Platz (c)A. Weber
So sieht’s jetzt aus( c) AGORA-LA

Albrecht Weber hat dazu noch ergänzend an AGORA-LA geschrieben: „Die „Putzkammer“ wurde nach dem Bau der Treppenanlage zur Erschließung des Saal im OG erst nachträglich eingebaut. Der Natursteinfußboden ist unter der entfernten Trennwand wieder unbeschädigt freigelegt, ebenso die hochwertigen Fensterbrüstungen. Die Bauweise der entfernten Türe lässt vermuten, dass hier möglicherweise ein Ticket-/Ausgabeschalter integriert war, ebenso gab es Hinweise auf eine Telefonzentrale des Anwesens.

Zukünftig soll hier der Turmzugang seinen neuen Platz finden, da der mächtige jetzige Schreibtisch in Holz eine Brandlast im direkten Fluchtwegebereich darstellt und die nötigen Wege grundsätzlich zu stark einengt werden. Insgesamt erhält die untere Eingangshalle einen Teil ihrer ursprünglichen Großzügigkeit zurück, die Mittelachse zur Turmtreppe wäre dann wieder besser erlebbar.“

Aktualisierung, 26.5.2024,17.10 Uhr:

Schloss Montfort gehört übrigens nach §12 Denkmalschutzgesetz zu den Kulturdenkmalen von besonderer Bedeutung. ( wie z.B. das Ulmer Münster oder die Kathedrale von Weingarten) Normale Denkmale nach §2 Denkmalschutzgesetz sind z.B die Villa Wahl oder das Dammhäusle in LA. Es gibt eine Expertise der Landesdenkmalbehörde aus dem Jahr 1987, die die Besonderheit des Schlosses betont: „ [. . . ] Das SchlossMontfort ist ein wichtiges Beispielder orientalisierenden Baukunst des 19. Jahrhunderts im Königreich Württemberg. Aufgrund seiner Architektur und auch als Nachfolgebau
an einem historisch herausragenden Standort s t e l l t es als Sachgesamtheit mit Umfriedung, Park, Toreinfahrt und Kavalierhaus ein Kulturdenknal von besonderer Bedeutung dar, an dessen Erhaltung
aus künstlerischen, wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse besteht.
[. . . ] “ Auch wird dort die Besonderheit der Fassade des Schlosses im maurischen Stil betont.

Kommentar verfassen

Bereitgestellt von WordPress.com.

Up ↑

Entdecke mehr von AGORA-LA

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen