„Schatz, wie war dein Tag?“
Beide Veranstaltungen in der letzten Woche waren ausverkauft. Im Prälatensaal hatte man geräumt, aus Sicherheitsgründen die Bilder abgenommen und Platz für Besucher und Schauspieler geschaffen. Die Begrüßung der Gäste hatte Claudia Hindelang als Schriftführerin des Museumsvereins übernommen. Sie betonte, dass man das Museum öffnen wolle und dankbar für die Initiative von Wolfgang Köhle sei, der das Schauspielerpaar für Langenargen gewinnen konnte: Hubert Dragaschnig, künstlerischer Leiter des Theater Kosmos in Bregenz übernahm die männliche Rolle, an seiner Seite Sabine Lorenz, Schauspielerin auch Lindau.


Die Rahmenhandlung bildeten Auszüge aus dem Stück von Nick Hornby „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst, eine Ehe in zehn Sitzungen“ (Hier): Ein Ehepaar trifft sich zur Therapiesitzung nach einem Seitensprung der Frau. Das komplette Stück ist ab 4. Dezember als Premiere im Theater Kosmos zu sehen. (Hier) Dazwischen gab es eine Tour durch die deutsche Gedichtsammlung zu Liebe, Verlust und Beziehungen von Kästner, Tucholsky, Christian Morgenstern, Masha Kaléko, Joachim Ringelnatz , Joseph Eichendorff, Bertolt Brecht und natürlich Loriots grandioses Stück „ Herrmann. Was machts du da?“-nur ohne das hektische Getrappel der Ehefrau im Hintergrund. Ein Beispiel:
Sachliche Romanze von Erich Kästner
Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.
Es war ein amüsanter Abend einer neuen Reihe unter der Überschrift „Kultur im Museum“, der in den Räumen eines Museums wohl aus Sicherheitsgründen ohne Bilder stattfand. Im Hintergrund hatte man nur die beiden Bilder von Jan Balet aus dem Treppenhaus in den Prälatensaal umziehen lassen (s.o.: Titel: „Die Frühlingsfrischler“, 1983 und „Ruhe vor dem Sturm“ 1983)
Übrigens, die Türen des Museums sind seit langem regelmäßig geöffnet gewesen. Veranstaltungen hat es in den letzten Jahren ständig gegeben, immer mit Bezug auf die Bildende Kunst. Das zeigt das Veranstaltungsarchiv hier. Oder HIER, HIER, HIER,HIER, HIER, HIER, HIER.Mögen nun die therapeutischen „good vibrations“ von der Bühne die MitgliederInnen des Vereins, sein Entscheidungsgremium und seine MitgliederInnen erreichen!
Zum Nachlesen: Das sind die Standards eines Museums. HIER

Transparenzhinweis: Die Verfasserin ist seit vielen Jahren Mitglied des Museumsvereins und u.a. ausgebildete Museumspädagogin.
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