Die Heimat unserer geflüchteten Mitbürger*innen


Syrien vor dem Krieg

Einige Paten, die immer noch geflüchtete Familien in LA betreuen, sind am letzten Wochenende zu einer Live-Reportage ins Graf-Zeppelinhaus mit ihren Schützlingen gefahren. Auch andere syrische Geflüchtete saßen in dem sehr gut besuchten Saal, die sich lebhaft am Frage-Antwort- Spiel des Vortragenden beteiligten. Etwa wenn es um den Namen der besten Eisdiele in Damaskus ging. 

Eigentlich bin ich keine Freundin von Diavorträgen, aber. . .

In einem Zeitraum von 20 Jahren bereiste der Fotojournalist Lutz Jäckel Syrien vor dem Krieg immer wieder und ließ sein Publikum an seiner Reise mit einem aufschlussreichen Vortrag teilnehmen. Zu Recht verwies er darauf, dass der so geschundene Nahe Osten die Wiege unserer Kultur und der drei großen Religionen ist. Das Nebeneinander der Religionen mit ihren jeweiligen unterschiedlichen Richtungen, aber denselben Ursprüngen habe vor dem Krieg gut funktioniert. Zum Thema Religion hatte Jäckel ein Foto aus Deutschland in den Vortrag geschmuggelt. Einen Ausschnitt aus einer Demonstration von PEGIDA, von einem Teilnehmer, der ein Kruzifix in die Menge hielt.

Er suche bewusst mit Gruppierungen wie PEGIDA (Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes) das Gespräch, so Jäckel. Deren mangelhafte Kenntnis der Religionsgeschichte erschüttere ihn immer wieder. So wüssten sie beispielsweise überhaupt nichts von  Petrus’ Flucht, der wegen seines christlichen Glaubens verfolgt wurde. Seine Flucht führte bekanntlich über die Mittelmeerroute nach Rom.  

Eines machte Jäckel ganz klar: dass an eine Rückkehr der Geflüchteten im Augenblick nicht zu denken sei. Nicht solange Assad immer noch an der Macht sei. Es habe Fälle von Rückkehrern gegeben, die für immer verschwunden seien.  

Es ist zu wünschen, dass derartige Veranstaltungen öfters gemeinsam besucht werden können. Überhaupt wäre ein regelmäßiger Treffpunkt Einheimischer und Geflüchteter schön. Manche haben inzwischen ein Bleiberecht und gehören zu unserer Bürgerschaft. Sie haben Arbeit, ihre Kinder gehen in unsere Schulen und Kindergärten.

Gut, dass es die Paten noch gibt. Die haben die Kosten übernommen und leisten weiterhin ehrenamtliche Arbeit bei der Bewältigung des Alltages dieser Menschen. Zwei syrische Mädchen aus LA, Sie wissen schon, die mit den Bechern auf AGORA haben spontan vor diesem großen Publikum einen syrischen Tanz aufgeführt. Sie und ihre Eltern haben AGORA die Veröffentlichung eine Standbildes erlaubt.

Weiteren Lesestoff finden Sie hier. Und noch Empfehlung: der neuen Roman von Rafik Shami