Schulsozialarbeit


Bericht TOP 7

Die Schulsozialarbeit ist ein wichtiges Thema, das  AGORA in ihrer „Alter-Ego“-Rolle als ehrenamtliche Helferin gerade im Lock-Down oft begegnet ist.( den Bericht finden Sie hier in der Sitzungsvorlage).Die Dipl.-Sozialpädagogin Michaela Braun hat in der Gemeinderatssitzung über ihre schwierige Arbeit während des Lock-Downs berichtet: Dass sie beispielsweise mit  Abstand  draußen auf einer Decke Einzelfallhilfe geleistet habe und trotz der schwierigen Situation den Kontakt zu Kindern auf oft kreative Weise gehalten hat.

Einschätzung:

Die Arbeit der Schulsozialarbeit, die mit einer 70%-Stelle seitens der Gemeinde LA finanziert wird, ist ungeheuer wichtig. Neben der Sozialarbeit an Schulen wäre eine bessere Betreuung  im Allgemeinen auch nötig. Das betrifft  vor allem den Bereich Integration. Diese  Arbeit, die durch das  Integrationsmanagement mit abgedeckt werden muss, hat unter  ständigem Personalmangel zu leiden. So haben nach Informationen von AGORA im Integrationsmanagement in der Vergangenheit drei Mitarbeiterinnen die Stelle gewechselt.

LESEPAUSE

Zu der Personalentwicklung im Integrationsbereich hat AGORA nach einer Presseanfrage im August an den Vorsitzenden des GVV, Bürgermeister Krafft, jetzt eine umfangreiche Presseauskunft erhalten. Passend zum Thema soll sie an dieser Stelle veröffentlicht werden. Der Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung beim GVV, Alexander Ott, hat am 28.09.2020 geantwortet. Seine Antworten auf die Fragen finden Sie in blauer Schrift.

AGORA: 1. Laut Pressebericht in der Schwäbischen Zeitung vom 17.12.2018 hatte das Team vier Mitarbeiter(innen ) zu dem damaligen Zeitpunkt .Beabsichtigt der GVV das Team der Mitarbeiter zu erweitern? Falls ja, warum? Falls nein, welchen Grund gibt es für die Stellenausschreibung?( Anmerkung AGORA: die Stellenausschreibung war zum 13.09.2020 terminiert)

OTT: Bei dieser Stellenausschreibung handelt es sich um die Nachbesetzung einer Stelle.

AGORA : 2. In Gesprächen mit den Familien wird häufig beklagt, dass zu wenig Hilfe geleistet würde und zu wenig kontinuierliche Betreuung gewährleistet sei. Ist dieser Eindruck richtig?

OTT: Unsere Kolleginnen und Kollegen nehmen sich viel Zeit für die Betreuung unserer Klientinnen und Klienten, entweder bei Terminen in den Rathäusern, bei Besuchen in den Unterbringungen oder anderen Lokalitäten. Das Ziel ist es, die Selbständigkeit der Flüchtlinge zu stärken, gerade im Hinblick auf die verschiedenen Lebenslagen. Beim Ausfüllen unterschiedlichster Anträge für Behörden, beim Meistern und Koordinieren des Alltags mit dem Besuch der Kinder in Kindergärten und Schulen, beim Einstieg in die Arbeitswelt u.v.m. leisten unsere Kolleginnen und Kollegen Unterstützung bei unseren Flüchtlingen in allen Lebenslagen. Dies zeichnet die ausgesprochen erfolgreiche und sehr gute Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen aus, obwohl der zeitliche Umfang dafür begrenzt ist und sich die Anzahl der Fälle auf einem sehr hohen Niveau befinden.

AGORA: 3. Die Wohnsituation der untergebrachten Menschen ist nicht immer ideal. Die Familien beklagen immer wieder, dass sie nicht verstehen, nach welchen Kriterien Wohnungen vergeben werden: „ Herr Meinel bestimmt, wer Wohnungen bekommt“, sagen einige. Gibt es Kriterien für die Zuweisung von Wohnungen?

OTT: Bei den kommunalen Anschlussunterbringungen handelt es sich um Obdachlosenunterkünfte, welche nur im begrenzten Umfang in den drei Gemeinden vorhanden sind. Explizite Kriterien sind hier keine vorhanden. Wenn eine neue Person oder auch eine Familie an eine der drei Gemeinden im Verbandsgebiet zugewiesen wird, werden zunächst die freien Zimmer oder Wohnungen mit den Gemeinden erörtert und die Person oder die Familie einem freien Zimmer oder einer freien Wohnung zugewiesen. Unter Umständen kann es auf Grund der begrenzten Zahl an freien Zimmern oder Wohnungen immer wieder zu Umverteilungen einzelner Klientinnen und Klienten kommen, da z. B. keine Kapazität für eine größere Familie frei ist. Dies bedeutet lediglich, dass wir die vorhandenen Kapazitäten prüfen, ausschöpfen und entsprechend belegen müssen.

AGORA: 4. Der GVV EKL hat ca. 300 Geflüchtete zu versorgen. Wie hoch ist der Betreuungsschlüssel in den drei Gemeinden?

OTT: Einen Betreuungsschlüssel gibt es nicht. Wir können Ihnen jedoch erklären, wie die Anzahl der Stellen im GVV im Integrationsmanagement zustande kamen, da diese an die Förderung des Integrationsmanagements durch den Pakt für Integration gekoppelt ist. Das gesamte Fördervolumen des Paktes für Integration wurde an die Kommunen im Land entsprechend verteilt und daraus entstanden die einzelnen Stellen des Integrationsmanagements. Maßgebend für die Verteilung der Fördergelder war die Personengruppe unter den Flüchtlingen, die im Zeitraum zwischen dem 01.01.2015 und dem 29.02.2016 nach Baden-Württemberg eingereist sind und sich am 15.09.2017 in den Anschlussunterbringungen befanden zuzüglich der Personen, die infolge des Familiennachzugs gefolgt sind. Der finanzielle Anteil der einzelnen Kommunen entspricht dem Verhältnis zwischen der Anzahl der bei Ihr in den kommunalen Anschlussunterbringungen befindlichen o. g. Personen und ihrer Gesamtzahl in Baden-Württemberg. Im Ergebnis waren dies am Anfang für den GVV 2,3 Stellen, wonach im weiteren Verlauf 0,3 Stellen aus der Förderung wegfielen. Die Verteilung der Klientinnen und Klienten im Integrationsmanagement erfolgt derzeit im Verhältnis 50/50. 

AGORA: 5. Wie werden die Stellen finanziert? Sind es Stellen, die durch den Pakt für Integration vollständig gefördert werden oder finanziert der GVV einen Teil der Stellen oder alle über eigene Haushaltsmittel?

OTT: Die Stellen im Integrationsmanagement werden durch den Pakt für Integration vollständig gefördert. Hier ist insbesondere die VwV Integrationsmanagement maßgeblich. Die Stelle des Integrationsbeauftragten wird mit einer Teilförderung durch die VwV Integration i. V. m. der VwV Integrationsbeauftragte gefördert, den Rest durch Eigenmittel finanziert.

AGORA: 6. Wie sieht die mittelfristige Personalplanung im Bereich Integrationsmanagement beim GVV aus?

OTT: Mittelfristig möchten wir mit den drei vorhandenen Stellen weiterarbeiten, da wir so den Bedarf abgedeckt sehen. Eine Ausweitung der Stellen ist derzeit nicht vorgesehen. Dies hängt auch von den politischen Entwicklungen von Bund und Land und den weiteren Bedarf in diesem Themenbereich ab, wie wir uns in Zukunft aufstellen können und wohin uns der eingeschlagene Weg führt, auch im Hinblick auf die finanziellen Förderungen und Unterstützungen für die Kommunen in Baden-Württemberg.

Einordnung

Nach den Erlebnissen, die AGORA im Laufe des Sommers hatte, scheint die Arbeit mit den sog. Klienten nicht besonders kundenorientiert zu sein. Es fehlt an der nötigen Kommunikation. Auch die häufige Vakanz durch Weggang des Personals wirft kein gutes Licht auf den Bereich Integrationsmanagement. Warum wird drüber nicht gesprochen?

Am kommenden Dienstag, 6.10.2020, wird der Bericht des Integrationsbeauftragten Meinel in der Verbandsversammlung unter TOP 7vorgestellt.