Leuchtende Kinderaugen


Fremde Federn

Pünktlich zu den Festtagen schreibt Andy Heinrich in der Schwäbischen Zeitung:„ Mirko Meinel, Integrationsbeauftragter des Gemeindeverwaltungsverbands Eriskirch-Kressbronn-Langenargen, und sein Team haben am Dienstagvormittag bei vielen Kindern für strahlend leuchtende Augen gesorgt. In Kooperation mit dem Kinderschutzbund Friedrichshafen, der BKK Gildemeister Seidensticker und dem Unternehmen Airbus Defence and Space übergaben die Mitarbeiter Kindern bedürftiger und geflüchteter Familien einen Tag vor Heiligabend ganz cornonakonform Weihnachtsgeschenke“.

Bitte verstehen Sie es nicht falsch: AGORA will die Aktion der beiden Unternehmen, ihrer Beschäftigten und dem Kinderschutzbund nicht klein reden. Sie haben wenigstens zu Weihnachten für die leuchtenden Kinderaugen gesorgt. Das Integrationsteam des Gemeindeverwaltungsverbandes Eriskirch-Kressbronn-Langenargen war nur der Überbringer der Geschenke. 

Es ist dieses Team, das häufig eher unsichtbar bleibt, wenn es um die kindgerechte Anschlussunterbringung geht. Hier und hier nachlesbar. Mirko Meinel leitet dieses Team. Er hat im Sommer Kinderaugen eher zum Weinen gebracht hat, als die 8-köpfige Geflüchtetenfamilie aus Bierkeller in die Tennisbaracke umziehen musste, nachdem infolge eines Pfeffersprayangriffes aus der  Nachbarschaft die Täter-Opfer-Rollen vertauscht zu sein schienen. Der Fall liegt immer noch bei der Staatsanwaltschaft.

Es mutet schon merkwürdig an, wenn Heinrich dem Integrationsbeauftragten so viel Textumfang zugesteht und ihn sehr umfangreich zu Wort kommen lässt: „Es ist ein wunderbares, ein hinreißend schönes Gefühl, wenn man die Möglichkeit bekommt, als Weihnachtsmann die Herzen der Kinder zu erwärmen. Einige Kids waren den Freudentränen nahe.“ So zitiert die Schwäbische Zeitung Meinel. Kaum ein Wort über die Aktion der Beschäftigten der beiden Firmen und des Kinderschutzbundes.

Einmal im Jahr zu Weihnachten verteilt das Integrationsteam als Zustelldienst mit Presse-Echo Geschenke anderer? Klingt irgendwie nicht gut. Es braucht mehr in Zukunft in allen drei  Gemeinden des Verbandes, auch das wachsame Auge des Kinderschutzbundes mit seinem Anspruch auf nachhaltige Integration. Nicht nur einmal im Jahr zu Weihnachten zur Beruhigung des Gewissens.

AGORA weiß, wie anstrengend die nachhaltige Betreuung der Familien immer noch ist.

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