Zwei Fassaden


Hotel Engel im AUT( Ausschuss Umwelt und Technik)

Die Renovierung des Hotel Engel schreitet voran. Die entsprechenden Pläne wurden in der letzten AUT-Sitzung vorgestellt. Hier: TOP 6, Sitzungsvorlage: Die Fassade zur Marktseite:

„Für die erforderliche Befreiung für die Überschreitung des Bauquartiers im Untergeschoss wird das Einvernehmen der Gemeinde dann in Aussicht gestellt, wenn durch entsprechende Vereinbarungen sichergestellt ist, dass die Bauausführung der Unterbauung, des im Bebauungsplan als öffentlich begehbare Flä- che ausgewiesenen Bereichs, zu keiner nachteiligen Beeinträchtigung der Nut- zung dieser Fläche durch die Allgemeinheit führt und die statische Ausgestaltung so gewählt wird, dass es zu keinerlei Einschränkungen dieser Nutzung kommen kann. Des Weiteren ist in dieser Vereinbarung eine Regelung zu treffen, die die Unterbauung des gemeindeeigenen Grundstücksanteils regelt. Diese Entschädigungsregelung soll angelehnt werden an die bestehende Entschädigungsregelung für die Unterbauung einer Gemeindefläche mit der Tiefgarage des Hotels. Nach Fertigstellung und Unterzeichnung der entsprechenden Vereinbarung wird die Verwaltung beauftragt, die erforderliche Einvernehmensentscheidung für die Befreiung für die Überschreitung des Bauquartiers durch das Untergeschoss, herzustellen.“ 

Die Fassade zur Seeseite, Sitzungsvorlage:

„Der vorgesehenen Planänderungen beim Umbau und bei der Sanierung des Hotels „Engel“ wird den erforderlichen Befreiungen vom Bauquartier für das Vordach im Bereich des geplanten Pools, sowie für den Gebäudevorsprung im Erdgeschoss das Einvernehmen gem. § 31 (Befreiung vom Bauquartier) und § 36 BauGB erteilt.“

Zu Diskussionen führte die Planänderung, die zur Verlegung des ursprünglich im Keller geplanten Pools nötig ist. Ob diese Konstruktion möglicherweise doch die Flaniermeile an der Rückseite des Hotels im Umfeld denkmalgeschützter Gebäude wie das Heilig- Geistspital und das Schloss mit seinem Park beeinträchtigen könnte, war Gegenstand der Bedenken, die geäußert wurden. Auch die Einbeziehung des Gestaltungsbeirates in den weiteren Umbauprozess wollte Gemeinderätin Köhle (OGL) anregen. Der sei ja gerade mit Interesse und Wohlwollen der Bürgerschaft zu Beginn der Planung verfolgt worden. (vgl. hier hier und hier) Gemeinderat Hanser (FWV) legte seine Beweggründe zur Befürwortung dar: Er habe zunächst Bedenken gehabt, jedoch nach einer Begehung vor Ort eingesehen, dass der Spa-Bereich an dieser Stelle doch ein Gewinn für das Hotel sei und die Umgebung nicht beeinträchtige. Außerdem müsse man mit dem Denkmalamt Kontakt halten.

Es gab einen Antrag zur Beteiligung des Gestaltungsbeirat, der schließlich abgelehnt wurde: Mehrheitlich bei vier Ja -Stimmen (Gr.Köhle/ OGL, Pfänder/OGL, Hanser/FWF und Schmid/SPD und 5 Gegenstimmen (GR Krug/CDU, Ebner/FWF, Brugger/FWF, Vögele/CDU und BM Münder). Insgesamt wurden beide Beschlussvorschläge schließlich einstimmig angenommen.

Einschätzung AGORA-LA:

Ja, der Umbau des Hotels an prominenter Stelle des Ortes mit Seeblick ist ein Unternehmen, das gut beobachtet werden sollte. Man hatte in der Vergangenheit ja bereits Überraschungen mit der so genannten Verschattung am Hotel SeeVital erlebt. Natürlich ist es für den Hotelgast schöner den Sonnenuntergang vom Pool auf der Dachterrasse aus zu beobachten als im dunklen Keller ohne Tageslicht zu planschen.

Die Sorge, dass unten auf der Terrasse das Menu serviert wird, während oben leicht bekleidet die Badegäste hinter Glas ins Wasser gleiten, scheint zunächst unbegründet. Aber vielleicht ist die Vorstellungskraft der Laien durch die mageren Zeichnungen des Architekten ein wenig eingeschränkt. Hier würde Transparenz im weiteren Verlauf des Umbaus, so wie vor zwei Jahren begonnen, helfen. Laut Hotelinhaber-Familie Wittmann hat sich auf Nachfrage von AGORA-LA erst später während der Planungen ergeben, dass der Pool nun doch nicht im Keller bleiben soll.

Es darf keinesfalls wieder böse Überraschungen geben wie bei der SeeVital- Terrasse. So wäre es hilfreich, die Umbauarbeiten für die Bürgerschaft weiterhin transparent zu begleiten. Eine Sitzung des AUT hat ja bekanntermaßen wenig Öffentlichkeit. Eine kleine Notiz im Amtsblatt-Protokoll erscheint daher oft zu wenig.

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